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Es ist vorbei

Gestern war ich in der Praxis zur sog. Saugcurettage. Ich schreibe das so ordentlich hin, weil das ein vergleichsweises sanftes Verfahren ist und nichts mehr mit der alten Löffel-Kratz-Methode zutun hat. Da das gestern meine dritte in meinem Leben war, weiß ich tatsächlich wovon ich schreibe. Etwa davon, das es durchaus Unterschiede macht, wo man ist, wie man betreut wird, wie lange man warten muss und ob man vorher schon eine Tablette zur Muttermunderöffnung bekommt oder nicht (nicht ist gut, weil dann liegt man nicht in den Wehen oder mit heftigen Menstruationsschmerzen rum!). Die Erfahrung zeigt, ins Krankenhaus würde ich dafür nicht mehr gehen. Lieber wieder in diese ambulante Praxis. Es ging alles flott, alle waren sehr einfühlsam, nur auf dem OP-Tisch (wo sonst) hatte ich einen kleinen Nervenzusammenbruch. Ich war schnell wieder wach, keine Übelkeit, eher ein schummeriges sanftes Gefühl im Körper und der Kaum-Noch-Bärtige konnte mich mit nach Hause nehmen. Das ist auch nicht mehr viel passiert, außer Sofa, Serien und schlimmes Essen.

Übrigens bin ich relativ gefasst, nachdem die Ärztin vor Ort mir auch nochmal bestätigt hat, dass die Entwicklung vermutlich schon Ende 5. SSW stehen geblieben ist und ich wirklich keinerlei Schwangerschaftsanzeichen mehr hatte. Ich weiß, dass es auch den umgekehrten Fall gibt und sich viele noch sehr schwanger fühlen und doch nicht mehr schwanger sind. Bei mir kann ich jetzt aber auf die Funksignale doch sehr gut eingehen. Es war bei allen drei Sternchen so…tschüss ihr Mäuse. Passt mir gut auf meine kleines Mädchen auf!

 

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Warten auf…

Mir geht es gut. Erstaunlich. Vielleicht bin ich schon so abgebrüht? Der Arztbesuch am Freitag bestätigte den Verdacht. Das was mal embryonale Struktur war (die man zwei Tage vorher gut erkennen konnte) hatte sich schon zurückgebildet. Nur noch eine kleine leere Fluchtblase war zu sehen und zu hören die Wunderworte meines Kiwi-Arztes, das ich auch noch warten könnne. Und man nicht unbedingt eine Ausschabung machen muss…allerdings läuft die Frist jetzt langsam ab. Ab und zu habe ich fiese Bauchschmerzen und laufe auch sicherheitshalber mit einem Sack Buscopan + rum. Es tut sich aber nichts. Ich warte weiter.

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Fruchtsäckchen SW 5.1

Erste Untersuchung überstanden, auch wenn die Ärzten meinten, da auch noch eine zweite Fruchthöhle zu sehen. Vermutlich ist die aber nur ein Bläschen, in der Infomail heißt es jetzt nur noch:

„Die heutigen Blutwerte zeigen eine zeitgerechte frühe Schwangerschaft. Die Schwangerschaft entwickelt sich bisher völlig normal.“

Nachdem der Herr Doktor wohl weiß, dass ich Freundin des Googlens bin, wurden mir nicht mal die HCG-Werte verraten. Gemein! Ich versuche gelassen zu bleiben…wenn das jetzt zwei Fruchthöhlen sein sollten, baue ich einfach darauf, das es eine schafft…hmhm…

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Schwanger auf Probe?

Ein bisschen schwanger gibt es nicht, der Spruch passt in mein Poesiealbum, gleich neben: Kinderkriegen ist kinderleicht. Beides trifft bei vielen Kinderwunschfrauen nicht zu. Manche werden nicht schwanger, dann nur kurz oder manche gar nicht und einfach ist es sowieso nie.

Reise in die Vergangenheit

Ich gehöre zu den Kandidaten, natürlich schwanger wurde ich genau einmal. Da waren wir schon eineinhalb Jahre am Dauerhibbeln. Dennoch auch der Anfang der Kinderwunschzeit (also vor ca. vier Jahren).  Völlig naiv und selig waren wir da noch und kurze Zeit später saßen wir heulend nach dem zweiten Ultraschall (der dieses furchtbare Wort Missed Abortion in mein Vokabular brachte)  im Auto. Für mich in dem Moment am Schlimmsten, dass es den Bärtigen so durchgebeutelt hat. Der Diagnosemarathon kam dann erst mit dem Einchecken in die Kinderwunschpraxis, einer Insemination und einer zweiten sehr kurzen Schwangerschaft.

Check mit der Gegenwart

Jetzt also einfach so…na wobei es einfach so bei mir nicht gibt. Ich checke leider ziemlich genau wann mein Ei rollt und kralle mir dann ganz unvernünftig den Liebsten. Ich sage nur Libido und LH-Peak. Dass es dann klappt, völlig irre. Wie oft habe ich den Bärtigen schon verrückt gemacht…und dann war es nichts, nur das ständige Glimmen der Hoffnung (war das eine Einnistungsblutung?Es ist und bleibt eine Schmierblutung Ladies i can tell!). Doch diesmal keine Schmierblutung und eine ziemlich rasante Temperatur ab NMT.

Gestern habe ich noch den Wert durchgesagt bekommen. Und eine ganz liebe Frau am Telefon gehabt, die schon bei meinem ersten Anruf: „Wie schön, herzlichen Glückwunsch,“ gesagt hat und ich sowas gebrabbelt habe wie:“Ja, aber ich habe doch Chromosomenschwierigkeiten.“

Das HCG ist über 500. Das ist erstmal nicht schlecht, sagt aber auch nichts aus, solange nicht ein zweiter Wert gemessen wird. Am Montag geht es also nochmal zum Blut abnehmen und zum lästigen Ultraschall, der einen vermutlich nur nervös macht. Weil ich dann bestimmt wieder eine Woche warten darf. Und by the way, das Warten hört ja nicht auf…..

Deswegen hier für mich und euch mein Regelwerk, um nicht komplett verrückt zu werden:

  • morgens, wenn meine kleine Tochter mit dem Bärtigen an der Hand oder umgekehrt in die Kita geht, versuche ich mich hinzusetzen und zu meditieren.
  • Ich versuche nicht sooooo viel zu googeln (aber eine Frage hatte ich vorhin noch, moment,…..)
  • Ich versuche nicht sooooo viel in mich hineinzuhorchen (deswegen auch meditieren!)…moment die Brüste tun nicht mehr so weh und so richtig schlecht ist mir auch nicht…klappt hervorragend
  • ich habe ein paar enge Menschen eingeweiht, also das Internet, meine Mama und eine Freundin….
  • ich checke die Waschmaschine bevor ich sie einschalte (habe gerade 8 nasse Pappquadrate geborgen, die mal eine Minibox der Djeco Stapelbox war..arme Maus, mal sehen ob ich das nach dem Trocknen kleben kann)

Weiter gehts…

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+

Hallo, das ist ein plus auf dem Schwangerschaftstest. Jetzt alle gaaaaanz ruhig bleiben. Leider ist das meine erste Schwangerschaft mit dem Wissen, dass ich einen sechser im Lotto haben muss, damit das Wurstel auch wirklich da ist und keine Chromosomenschäden hat. Deswegen bin ich jetzt ganz still, leise…und freue mich vielleicht erstmal nur darüber, dass mein Körper anscheinend weiß wie eine Einnistung geht und tatsächlich meine Blastozyste und nicht ich „schuld“ waren…

 

test

 

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So ist das und so auch….

Dieses Jahr war und ist gelinde anstrengend. Dem Bärtigen ist seine Mutter vor drei Wochen verstorben, drei Wochen davor seine Omi und weitere vermutlich sechs Wochen davor ist ein Freund von uns aus dem Fenster gesprungen (und hat zum Glück knapp überlebt).  Dazwischen liegt ein missglückter Transfer, der durch einen massiven Norovirus und den divers – eben beschriebenen – Schreckensnachrichten einfach untergegangen ist. Ich habe lange überlegt, ob ich davon schreiben soll oder nicht. Also von dem Drumherum.

Aber wenn ich es nicht tue, führt das nur dazu, dass ich nicht mehr schreibe. Und dass ist so das einzige was hilft. Ich hatte in den ersten Wochen nach dem Negativ-Ergebnis zwei Taschenbücher dabei, damit ich zu jeder Zeit meine Gedanken aus meinem Kopf aufs Papier drücken konnte. Gedanken, die ich auch nie irgendjemanden zu lesen geben will…..konsequenterweise habe ich das eine Heft vor einer Woche in den Papierkorb geworfen. Weil es nass geworden ist und einfach so. Weil ich es auch leid habe, dass Schreiben etwas bedeuten könnte oder sollte.

Aber hier geht es um nichts. Hier entsteht nicht Lyrik, kein Roman, keine Wahrheit. Es sind und waren eher sowas wie Notfalltropfen – an die ich dummerweise nicht glaube – sonst würde ich mir Dir jederzeit reinschütten.  Zwischen den Momenten in denen ich schreibe liegt der Stress. To-Do-Listen in der Arbeit, die mich irgendwie ablenken, auf Trapp halten, aber nicht wirklich erfüllen. Dazwischen liegt der ganze Haushalt. In Bergen als Wäsche in Körben, als Schmutz und Dreck in den Ecken und im Kühlschrank (der dringend mal abgetaut und geputzt gehört). Und das obwohl wir eine männliche (sic!) Putzhilfe haben.

Und natürlich Wumpi, die wenn sie nicht gut drauf ist, sowie heute, viel  schreit und nicht alleine gelassen werden will und vermutlich nicht verstehen kann, warum ihre Mama („meine Mama“, hat sie heute gesagt: Schmelz!) ab und zu abwesend ist und wie ferngesteuert rumläuft und eigentlich nur schlafen will…

Dazwischen liegen die Gedanken, wie es weitergehen soll. Und es sieht danach aus, das es nicht weitergeht. Für Adoption kommen wir in unsere Stadt nicht in Frage, weil sie kinderlose Eltern bevorzugen, was ja auch irgendwie echt fair ist. Nächste Woche ist ein Indotermin zur Vollzeitpflege, aber ich fürchte, dass packe ich nicht und vermutlich sind wir als Eltern dazu auch einfach nicht mehr intakt genug. Nochmal stimulieren? Können wir uns nicht so richtig leisten und ich bin ein wenig schissrig, dass wenn wir es doch probieren nichts rauskommt…und der Abschied vom zweiten Kind einfach noch ein zweites Mal durchlebt werden muss…

Dazu kann ich nur sagen. Tja, ich bin noch nicht soweit. Ich mag eine moderne, arbeitende Frau und Mama sein. Eine „Groß“-Familie wollte ich trotzdem. Immer schon. Und die Ein-Kind-Familie ist für mich eigentlich nicht das Modell…