Wenn das Leben ohne Kinder nötig wird – oder nötigend?

Habe die erste Insemination hinter mir. Kling wie es sich anfühlt. Nach sterilem Besteck, schlechter Tierarztserie und nachdem Ende vom Anfang. Natürlich hat es nicht geklappt.

Nachdem vor zwei Wochen die frisch geputzten und hoch dynamischen Spermien meines Mann mit in einer Einwegspritze in meine innerste Heiligkeit eingeführt wurden, durfte ich noch ein wenig auf dem gynäkologischen Stuhl verweilen. Hey yeah! Mein Killer-Zervix wurde zwar durch diese Methode überwunden, dennoch habe ich mich danach so gefühlt als hätten wir den richtigen Zeitpunkt verpasst. Von einer Spritze schwanger werden? Naja.

Vor sechs Jahren hat sich mein Kinderwunsch wie ein unangenehmes Jucken über meine Seele und meinen Körper gestülpt.  Doch mittlerweile weiß ich gar nicht mehr ob ich ein Kind will, weil es so eine ungemein schöne und romantische Vorstellung ist aus der Liebe eine Dritte Person zu entwerfen oder ob ich mittlerweile nur noch ein Kind will, weil es ja gesellschaftlich normal ist Kinder zu wollen und es ja viele andere auch können. Und man möchte ja nicht scheitern..

Es belastet mich wirklich, weil ich den Bezug zu der Prise Magie, die das Schwanger-Werden ja mit sich bringt, vollkommen verloren habe. Ich habe den Kinderwunsch aus der Hand gegeben, an eine Maschinerie, die mich durchaus entlastet und kurioserweise mir erstmals auch die Möglichkeit an die Hand gibt darüber nachzudenken ob ein Leben ohne Kinder nicht nur nötig, sondern vielleicht auch sogar möglich ist.

 

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4 Gedanken zu “Wenn das Leben ohne Kinder nötig wird – oder nötigend?

  1. Ich hätte es nicht besser beschreiben können… Genau SO habe ich die zwei Inseminationen letztes Jahr auch empfunden. Gerade weil sich der „Akt“ irgendwie falsch anfühlt, wenn man überhaupt von Gefühl sprechen kann, die Szenerie einfach nur bizarr-nüchtern ist, war ich persönlich froh, dass es dann doch nicht geklappt hat…

    Wir Kinderwunsch-Frauen haben zwar einerseits eine Bürde zu tragen, aber meines Erachtens auch die Chance, sich sehr viel bewusster über gewisse Lebensentscheidungen Gedanken zu machen. Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht, wohin dich dein vielleicht langsam aufkeimendes Bauchgefühl hinlenken wird…

    Viel, viel Glück! 🙂

    Lucy

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  2. Liebe Lucy, Danke für deinen Kommentar. Hab gleich schön in Deinem Blog gestöbert, finde ich sehr gut geschrieben. Ich drücke meine kleinen Wanderdäumchen, dass die neue Kinderwunschpraxis nettere Ärzte hat! LG Fuxigo

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  3. Auch wenn sich die Entscheidung darüber ja vielleicht nun gerade erledigt hat (ich drücke die Daumen, dass es wirklich ein zweiter Strich war und auch bleibt…), aber so finde ich die Insemination ja noch relativ ’normal‘. Sieh‘ es doch so: hier wurde die Zusammenkunft zwischen Spermium und Eizelle wenigstens noch natürlich entschieden, in Dir, in Deinem Körper. Ich drücke die Daumen, dass Du nicht noch weitere Schritte gehen musst, denn ich denke, Du kannst erahnen, wie es sich dann erst anfühlt, wenn auch dieser ‚Akt‘ außerhalb des Körpers stattfindet und dann erst der ‚Zellhaufen‘ wieder bei Dir eingesetzt wird…. Da fragt man sich wirklich…. Will ich das eigentlich?

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  4. Liebe J, Danke für Deinen Kommentar! Ja, da hast Du Recht! Ich finde ja persönlich Reproduktionsmedizin ein Segen, aber gleichzeitig macht es einen die Gesellschaft nicht leicht darüber zu reden. Ich drücke die Däumchen für Euch!

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