Potzermockel, Trällersprüche und Zuchinies

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Gestern war ich im Land meiner Urahnen und Urahninnen. Die gefühlt alle mit Mitte zwanzig geheiratet haben und ein Baby nach dem anderen bekommen haben. Zum Glück habe ich meiner Lieblingstante alles erzählt und konnte darauf bauen, dass sich die Nachricht: 2 x Missed Abortion und ruckeliges Karyogramm wie ein Lauffeuer verbreitet hat. Seitdem werde ich nicht mehr nach dem Kinderwunsch gefragt. Puh! Alle sind gelassen und lieb und stehen hinter mir. Bis auf eine- na klar, es muss immer eine geben, die nix checkt. Sie ist mein Schrecken der Verwandtschaftsbesuche, die von Neuigkeiten lebt und deren durchdringend stahlblauen Augen zu ergründen versuchen was jetzt wieder (nicht!) los ist. „Na, was gibt es Neues?“ ist ihr Trällerspruch, dicht gefolgt von „Was macht deine Dissertation“ (Hände reib, weil alle wissen, dass ich sie vor zwei Jahren in die Tonne getreten habe) und  in meine yogisch-reizvollen Art komme ich nicht mal dazu zu kontern. Ich bin jedes Jahr neu überrascht das sie es wieder mit diesen Sprüchen versucht. Also sage ich einmal „jibt es nicht mehr“ (Zur Promotion, Naserümpfen der karrierebewußten allen marktwirtschaftlichen Wünschen entsprechenden Zielperson; will heißen ihr Mann arbeitet, sie ist zu Hause, ihre Kinder aus dem Haus:) dann ein seufzen, um noch mal deutlich zu machen, wie sie das empfindet. Also schnell die erste Frage wiederholen:  „Erzähl mal, was gibt es neues?“  Wer kommt eigentlich darauf mit „Erzähl mal?“ eine spannenden und lustige Unterhaltung hinzukriegen. Klappt das? Klappt das bei Euch? Irgendwem?

Ich sage: „Nichts“ und sie sagt:  „Das ist aber laaaaangweilig,“ Vorwurfsvoll. Das ihr Leben vermutlich das langweiligste von allen ist, sagt sie nicht. Wenn sie es mit mir nicht schafft, wirft sie sich auf meine Mutter. Sie hat eine Empfindsamkeit wie ein Brauerreipferd. Und dabei mag ich Pferde doch gerne. Gegen Ende der Party muss sie dann nochmal den Witz mit den Zuccinis loswerden. Der geht so: Ja wer nur ein, zwei Zuccinis am Tag ist, der braucht ja auch nicht viel Geld. Damit bin auch ich gemeint, weil ich kein Fleisch esse und Vegetarismus ist in diesen Breitengraden wirklich noch unerforscht. Gut, dass ich das mit den Eiern und der Milch für mich behalten habe:)

Update 1: Ich befinde mich in einer Bewerbungsphase und bin in Stufe zwei des Auswahlverfahren für einen „meinen Leben veränderten“ Job gelandet. Soll nicht so hochtrabend klingen, aber würde einen neuen Ort bedeuten, neue Herausforderungen etc.

Update 2: Der Kiwi-Arzt hat sich gemeldet. Im April geht es weiter, vermutlich Mitte April werden die Bärchen aufgeweckt. Die Biologin ist nämlich im Urlaub. Aha.

Haltet durch!

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2 Gedanken zu “Potzermockel, Trällersprüche und Zuchinies

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