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Murmel und Feindiagnostik

Murmel und ich waren heute bei meiner blöden Frauenärztin. Murmel hat sich sehr schön von allen Seiten gezeigt und uns dann auch einen Blick auf seinen unbekleideten Unterleib erlaubt. Es ist ein Mädel!

Allerdings war die Untersuchung nicht cool. Einstiegssatz nachdem meine Ärztin die Nase geschallt hat: „Oh es hat ein Nasenbein, das ist schonmal gut, das könnte sonst auf eine Chromosomenstörung hinweisen“; äh, what the fuck? Liebe Frau Ärztin, ich habe eine Chromosomenstörung und zwar eine ganz gewaltige, die ist so gewaltig, dass ein kleines Baby gar nicht in diesem Stadium ankommen würde, wenn es eine unbalancierte Translokation hätte. So hörte ich dann zu jedem Organ, das sich vorbildlich vermessen lies und ganz in der Norm lag, noch die Varianz von Abweichungen. „Ah die Speiseröhre geht zum Magen, manchmal verwächst sie nämlich mit dem Hals“, äh? Dann hat sie mich am Ende zur Feindiagnostik überwiesen, obwohl sie keinen Anhaltspunkt feststellen konnte das irgendwas nicht in Ordnung sei. Aber natürlich bin ich dennoch verunsichert. Manchmal wünsche ich mir einfach kompetente Frauenärzte, die sich mit Reproduktion und Genetik auseinandergesetzt haben. Eine Präimplantationsdiagnostik leistet nämlich genau das, sie schaut ob die Blastozyste Chromosomenstörungen hat und setzt sie nicht ein, wenn das der Fall ist. Grrr, irgendwie bin ich echt sauer, obwohl ich mein Babylein so lieb habe:)

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Baby come on

Ui. Wir haben aus diesem Zyklus zwei Blastos gewonnen. Zusammen mit dem Vorzyklus sind wir jetzt bei: Drei! Hurra!
Das ist natürlich immer noch wenig, wenn Frau Genetikerin gerne zehn gehabt hätte, aber wir pokern jetzt und geben die Drei an die Genetik weiter. Natürlich nur die biopsierten Zellen. D.h. nur diese drei Mini-Zellen, die aus dem Trophektoderm (mehr dazu) stammen (das ist hoffentlich später die Plazenta) werden gegen „normale“ Zellen mit vollständigen Chromosomensatz ins Rennen geschickt. Ich muss jetzt gleich vor Aufregung anfangen zu beten, das eine euploide dabei ist. Dabei habe ich zuletzt als Kind gebetet? Naja und ich muss auch ehrlich sein. Eine geschätzte und sehr liebe Leidensgenossin hat neulich eine euploide Blastozyste transferiert bekommen, aber sie ist leider nicht schwanger. Es gibt keine Garantie Mädels. Könnt ihr noch ein wenig drücken? So schön, dass es Euch alle gibt.

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Ein tauber Tag

ist heute. Ich wußte gar nicht mehr wie es ist in dieses dumpfe Gräuel der Traurigkeit einzusinken. Dabei ist gar nicht viel passiert. Nichts wesentliches sollte man meinen. Die Eier wurden nicht aufgetaut, in der aktuellen Arbeit fühle ich mich überfordert, meine alte Arbeitsstelle hat mir ein Zeugnis ausgestellt mit dem ich nur bedingt zufrieden sein kann. Zwar werde ich in meinem sozialen Verhalten über den Klee gelobt, allerdings fehlte bislang ein Satz, der als Gesamtbeurteilung gilt. Ihr wisst schon, der berühmte: „stets zur vollsten Zufriedenheit“ – daraus wurde ein „stets zur Zufriedenheit“, also eine Vier. Ich könnte gerade Bäume ausreißen vor Wut, habe ich doch ein ganzes Jahr lang immer wieder um Anerkennung gerungen und gekämpft, habe eine bessere Leistung als meine Vorgängerin erbracht und bekomme nun genau von ihr diesen Satz reingewürgt.

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Heute ist Zyklustag 31…

und ich warte, dass ich meine Tage bekommen. Kennt ihr dieses Gefühl, dass sie nie mehr kommen? Ich habe das regelmäßig, man nennt es vermutlich Hypochondrie-Schwangerschaft. Folgende weitere Anzeichen habe ich noch zu bieten: Migräne (im Anfangsstadium zum Glück), konstante aber leichte Übelkeit. Hach, ich liebe Anzeichen. Gut, jetzt zu meinem Plan: Ich habe keinen. Ich werde nicht testen, sondern demnächst mal einen Termin für den Frauenarzt machen. Da muss ich eh hin vor der nächsten Stimulation. Denn solange ich nicht schwanger bin, kann ich auch kein Kind verlieren. Prima. Bombiges Gedankenkonstrukt! Ach ja, normal habe ich einen Zyklus von 26 bis 30 Tagen, aber hey, was ich mir reingepumpt habe im November, da kann das schon nachwirken, oder etwa nicht? Waren eure Pausenzyklen so viel länger?

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Erklär-bärinnen und warten auf…

Das habe ich heute im Internet gefunden. Das erklärt ziemlich gut wie und was so eine Translokation macht. Vier Chancen vier Verteilungen

Außerdem habe ich einen Club gegründet, falls sich hier Translokations-Damen hin tummeln.

http://www.urbia.de/club/translokation%2Dbaby

und ich warte auf meine Tage. Und ratet mal? Ich habe keine Ahnung wann die kommen sollen? Ist der erste Zyklus nach der Punktion (also eine kleine Blutung hatte ich da gleich sechs Tage nach der Punktion). Und jetzt? Verschiebt sich das ordentlich? Ich werde nicht hibbeln. Hibbel*

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Habe ich doch glatt…

beim aufräumen zwei alte positive Schwangerschaftstest gefunden. Hätte ich das mal mit dem Bad putzen vor Weihnachten gelassen. Seit drei Jahren stelle ich mir Weihnachten mit

a) einem dicken Bauch

b) einem dicken Baby

vor und was habe ich davon? Einen flachen Bauch dank „slow-carb“, kein Babie und einen bärtigen dicken Mann. Hach!  Ich bin erstaunt, dass es mich bisher sogar kalt lässt. Es ist tatsächlich so, dass ich das „Baby machen“ abgegeben habe an die Kinderwunsch-Praxis. Und dennoch ein kleiner Kloß im Hals ist da, den ich vermutlich mit Wein und Bier Morgen hinunterspülen werde. Habe ich erzählt, dass meine Schwester morgen auch mit Freund da ist? Die Schwester, die es schon drei Jahr länger als ich probiert und jetzt Dank Genanalyse weiß, dass sie ebenfalls von einer Translokation betroffen ist? Das macht es nicht einfacher. Ist es doch auch alles eine Kostenfrage, schließlich wollten die beiden bisher den Schritt zur künstlichen Befruchtung nicht machen. Und jetzt ist die Wahl nur noch, künstlich oder gar nicht. Ach, puh. Ich schiebe mir jetzt erstmal einen Kürbis-Gemüse Haufen in den Ofen und ja, weiter weiß ich auch nicht:)